Ein Hund, der im Gras sitzt und sich kratzt.
Zecke & Floh

Milben beim Hund

Ein braun-weiß gefleckter Hund, der sich am Hals kratzt.

Milben beim Hund – unerwünschte Vielfalt im Pelz

Ohrmilben, Nasenmilben, Pelzmilben: Es gibt zahlreiche Arten von Milben beim Hund. Von der sechseckigen langbeinigen Cheyletiella-Milbe bis zur länglich dünnen Haarbalgmilbe sind die Spinnentiere gut an ihre jeweilige Lebensweise angepasst. Trotz aller Unterschiede haben die Parasiten dennoch eines gemeinsam: Ihre Anwesenheit kann das Wohlbefinden des Vierbeiners stark einschränken, oder sogar ernsthafte Erkrankungen auslösen.

Milben beim Hund: Was krabbelt da im Hundehaar?

Pelzmilben der Gattung Cheyletiella fühlen sich auf Haut und Haar des Hundes wohl, insbesondere auf dem Hundekopf und -rücken. Mit ihren kräftigen Kiefern stechen sie in die Oberhaut und ernähren sich von Körperflüssigkeit. Bei manchen Hunden bilden sich als Reaktion auf den Befall Schuppen, andere bekommen stark juckende Ekzeme. Auf den Schuppen und der Haut sind die Pelzmilben als kleine weiße Punkte zu erkennen.

Haarbalgmilben sind mit bloßem Auge dagegen nicht erkennbar. Die winzigen Störenfriede leben in den Einstülpungen der Haut, welche die Haarwurzeln umschließen. Auf dem Speiseplan der Milben stehen Talg und Gewebsflüssigkeit. Wenn sich die Milben beim Hund ungehindert vermehren, können sie die Demodikose auslösen – eine Hauterkrankung, die mit Pustelbildung, Haarausfall und bakteriellen Infektionen einhergehen kann. Bei einem schweren Verlauf kann sie sogar lebensbedrohlich sein.

Parasiten im Ohr und in der Nase

Ohrmilben bevorzugen als Wirt zwar Katzen, nisten aber auch im Hundeohr. Diese Milben der Gattung Otodectes leben im äußeren Gehörgang und in der Ohrmuschel, wo sie Hautzellen und Wundflüssigkeit fressen. Lokale allergische Hautreaktionen können letztlich zu einer Otodektose führen, auch Ohrräude genannt. Im Ohr des geplagten Wirtstieres bildet sich dann eine dunkle, wachsartige bis bröckelige Masse aus Sekret.

In den Nasengängen und Nasennebenhöhlen mancher Hunde hausen Nasenmilben. Diese Parasiten sind vor allem in Nordeuropa verbreitet, z. B. in Norwegen und Schweden. Oftmals bleibt ein Befall mit den Milben symptomlos. In einigen Fällen bekommt der Hund aber Schnupfen oder eine Nasennebenhöhlenentzündung. Die Nasenmilben sind dann im Auswurf sichtbar.

Mehr als nur lästig: Sarcoptes-Milben beim Hund

Milben der Gattung Sarcoptes sind die Verursacher einer höchst ansteckenden, stark juckenden Hautkrankheit, der Sarcoptes-Räude. Sie kommt weltweit bei Haus- und Wildtieren vor. Hunde stecken sich durch den Kontakt mit befallenen Artgenossen oder indirekt über die Umgebung infizierter Tiere an, z. B. beim Erkunden eines Fuchsbaus.

Die Milben legen Gänge in der Oberhaut des Vierbeiners an – daher auch die Bezeichnung „Grabmilbe“. Beim Hund sind meist erst die Ohren und der Kopf betroffen, anschließend breiten sich die Parasiten über die Brust und den Bauch aus. Zu den Symptomen gehören Entzündungen der Haut, Verhornungen und Haarausfall. Das starke Kratzen schädigt die Haut zusätzlich und kann bakterielle Infektionen begünstigen.

Im Gras lauert Trombicula

Grasmilbe, Herbstmilbe, Erntemilbe, Herbstgrasmilbe – es gibt viele Namen für die parasitische Milbe der Gattung Trombicula. Bei diesem Spinnentier haben es die Larven auf den Hund abgesehen. Verwilderte Gärten, Wiesen, Parks und Waldränder gehören zu ihren bevorzugten Lebensräumen. Im Sommer und Herbst schlüpfen sie aus den Eiern im Boden, wandern an Grashalmen oder Laub nach oben, und warten dort auf neugierige Schnüffelnasen. In manchen Gebieten wird ein einzelner Hund dann sogar von tausenden Grasmilben auf einmal befallen.

Die Larven stechen mit ihren Mundwerkzeugen durch die Haut und verflüssigen mit ihrem Speichel das Gewebe – und das mit potenziell schwerwiegenden Folgen. Der Juckreiz, den die Milben beim Hund verursachen, kann unerträglich sein. Hinzu kommen Hautrötungen, Quaddeln, Pusteln, Krusten und Haarausfall.

Grasmilben-Larven sind zwar sehr klein, aber durch ihre orange-rötliche Farbe dennoch auf der Hundehaut erkennbar. Sie sind vor allem an Körperstellen zu finden, die mit dem Boden in Kontakt kommen – also Beine und Pfoten, aber auch Brust, Bauch und Kopf. Bei einem Befall gilt wie bei allen Milben: Der Tierarzt weiß Rat, um den geplagten Vierbeiner von den Parasiten zu befreien. Weitere Informationen liefert auch das europäische Expertengremium für Tierparasiten ESCCAP.

Auf einen Blick: Wissenswertes über Milben beim Hund

  • Manche Milben sind besonders bei jungen Hunden verbreitet, z. B. Haarbalgmilben – sie werden von der Hundemutter in den ersten Lebenstagen an die Welpen weitergegeben
  • Viele Milben sind nicht wirtsspezifisch und gehen leicht auf andere Tiere über, z. B. auch auf Katzen
  • Einige Milben verursachen Zoonosen und sind auch für den Menschen ansteckend, z. B. Pelzmilben und Sarcoptes-Milben
  • Beim Menschen verursachen die Sarcoptes-Milben vom Hund die sogenannte Pseudokrätze, die nach einiger Zeit von selbst wieder verschwindet, da der Mensch ein Fehlwirt ist
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